1000 Menschen in Molyvos

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Heute wurde sichtbar, was passiert wenn keine Busse mehr die Flüchtlinge nach Mytilini transportieren. In den letzten Tagen gab es aufgrund der Situation im Hafen von Mytilini wenige Transporte von den Ankunftsorten im Norden der Insel in den Süden nach Mytilini. Besonders stark betroffen war Molyvos, wo daraufhin bis zu 1000 Menschen stecken blieben und auf dem Busparkplatz ausharren mussten. Als heute dann endlich wieder Busse fuhren wurde die Situation folglich sehr chaotisch, weil alle Menschen verzweifelt versuchten auf die Busse zu kommen. Tobias und Vanessa, die zuvor viele Stunden damit verbrachten die Wartenden medizinisch zu Untersuchen, halfen danach mit die Situation notdürftig zu ordnen. Glücklicherweise gab es sehr viele Busse, so dass knapp 800 Menschen eine Fahrt nach Mytilini bekommen konnten. Einige wenige machten sich danach zu Fuß auf den Weg, weil nie sicher zu sagen ist, wann der nächste Bus fahren wird. Letztlich blieben ca. 150 Menschen auf dem Parkplatz zurück und hoffen nun darauf morgen eine Fahrt nach Mytilini zu bekommen. Julian hat währenddessen weiterhin Wasser und Essen an diejenigen verteilt, die auf der Ostseite der Insel beschlossen haben zu laufen und steht laufend in Kontakt mit „Ärtzte ohne Grenzen“ um bei der Koordinierung zu helfen. Trauriger Weise erreichte uns auch die Nachricht, dass in der letzten Nacht ein Ertrunkener aus dem Wasser geborgen wurde. Das zeigt erneut, dass die Überfahrten trotz der vielen Ankommenden überaus gefährlich sind und für jeden Flüchtenden Lebensgefahr besteht. Insbesondere in Hinblick auf den kommenden Herbst und die sich verändernde Wetterlage sind wir in großer Sorge, dass es in naher Zukunft zu wesentlich mehr Todesfällen kommen wird.