Hunderte Bootswracks

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Die Bewohner von Klio zögern nicht lange, als wir ihnen unser Hilfsangebot unterbreiten. Der Dorfvorsteher übergibt uns ohne Zögern den Schlüssel der leerstehenden Grundschule, die wir als Materiallager für unser Projekt nutzen können.

Beim Ausladen des Transporters in der Mittagshitze staunen alle, wieviel in den weißen „Sprinter“ hineinpasst. Als am Abend die Schule eingeräumt ist, fühlen wir uns gut für die kommenden Aufgaben gerüstet. Welche Dimensionen diese annehmen könnten, ahnen wir beim ersten Blick vom Leuchtturm am Kap von Korakas hinunter auf die felsige Küste: hunderte Schlauchbootwracks und tausende Schwimmwesten liegen dort als Zeugen dramatischer Überfahrten von der türkischen Küste gegenüber.

Es ist kaum zu fassen: Allein 650 Flüchtlinge sind gestern an diesen Felsen innerhalb von nur 24 Stunden gestrandet. Für sie gab es hier keinerlei Versorgung. Das wollen wir mit „Proti Stassi“ ab sofort ändern.

Ankunft in Klio

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Heute erreicht unser erster Hilfstransport den Einsatzort. Mehr als eine Tonne Hilfsgüter hat der Lieferwagen geladen, den wir von Österreich aus über Italien, die Fähre Ancona-Patras und weiter von Piräus aus mit dem Schiff nach Mytilini gebracht haben.

Die Ladung besteht zum größten Teil aus Sachspenden. So konnten wir unter anderem von der CARITAS Wien und „SOS Kinderdorf“ im Burgenland Kleidung, Schlafsäcke und Decken übernehmen. Ärzte sammelten privat Medikamente, sowie Material zur Wundversorgung und Infusionen mit Salz/Zuckerlösungen, die unserem Projektleiter Tobias Halbinger (er ist als Deutscher in Griechenland aufgewachsen und arbeitet als „Paramedic“ in England) als Grundstock für seine Krankenstation dient.

Jetzt ist auch das sechsköpfige Team komplett, das in den nächsten Tagen die Arbeit in dem kleinen Bauerndorf Klio an der Ostküste von Lesbos aufnehmen soll.