Boote, Boote, Boote …

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Am Morgen sieht Tobias aufs Meer hinaus. „Sehr ruhige See“, stellt er nüchtern fest, „heute werden sehr viele Boote kommen!“ Wir wissen, dass er Recht hat, auch wenn zunächst kaum etwas zu sehen ist. Von der Küste bei Skala Sykamineas aus beobachten wir, wie die türkische Küstenwache ein Flüchtlingsboot aufbringt, die Passagiere an Bord nimmt und zurück in die Türkei transportiert. Auch zwei griechische Küstenwacht-Schiffe sind in der Meerenge unterwegs, die Asien von Europa trennt. Von den typischen, schwarzen Schlauchbooten, auf denen seit Februar schon 90.000 Menschen die Überfahrt nach Lesbos geschafft haben ist nichts zu sehen.
Am frühen Nachmittag ändert sich das Bild schlagartig: die Küstenwache zieht sich auf beiden Seiten wie auf ein Kommando zurück … und dann kommen sie! Mit dem Fernglas können wir von unserem Beobachtungsposten am Cap Korakas 8 Boote ausmachen, die in unsere Richtung unterwegs sind. Später werden es 14 Schlauchboote sein, die binnen weniger Stunden allein in dem kleinen Küstenabschnitt zwischen Skala Sykamineas und Eftalou landen. Wieder rund 700 Menschen, die es nach Europa geschafft haben.