Folgen der geschlossenen Grenzen

In den letzten Tagen hat sich die Situation weiter ins Hoffnungslose verändert. Diesmal ist es aber Europa, dass den Druck verspürt. Durch plötzliche Veränderungen durch politische Entscheidungen haben sich direkte Auswirkungen auf die Fährverbindungen von der Insel ergeben. Europas Grenzen sind enger geworden. Seit Monaten haben sie sich gestreckt, geöffnet und teilweise wieder geschlossen. Nun scheinen sie komplett geschlossen werden um den Zustrom von Flüchtlingen zu stoppen.

Vom 1. März an wurde die griechisch-mazedonische Grenze in Idomeni für Afghanen und Iraker geschlossen. Obwohl ihre Herkunftsländer ebenso wie Syrien als Kriegsgebiete klassifiziert sind sind Menschen aus diesen Ländern nun gezwungen in Griechenland zu bleiben. Tausende steckengebliebene Menschen haben entweder nur die Möglichkeit sich selbst auf den bis zu 500 Kilometer langen Fußmarsch zu machen um dort oft abgewiesen und zurückgeschickt zu werden oder gleich in den überfüllten Lagern in Athen und Thessaloniki zu bleiben. Außerdem hat sich als Folge der neuen politischen Entwicklungen auch die Politik des Weiterreisens von den Inseln aufs Festland verändert.

Blue Star und Hellenic Seaways Fähren sind nun die einzigen Fähren, die Flüchtlinge aufs Festland bringen, während es in der Vergangenheit eine staatliche Fähre für Notfälle gab. Auch die Anzahl der Verkauften Tickets an Flüchtlinge ist auf 600 täglich limitiert worden, damit der Zustrom aufs Festland, auf dem die Zustände bereits kritisch sind zu reduzieren. Laut UNHCR befinden sich noch fast 2 Million Flüchtlinge in der Türkei und sollte der Flüchtlingszustrom gleichbleibend oder steigen würden die Folgen auf der Insel schnell sichtbar werden.

Dann könnte sich das Registrierungslager in Moria schnell wieder füllen und folgen für Transitlager wie unsere Käserei haben. Das könnte bedeuten, dass wir möglicherweise Leute auch über Nacht da behalten werden, sofern die Situation in Moria es erfordert. Wir werden die Entwicklung in den nächsten Tagen im Auge behalten und uns für den Fall der Fälle auch auf die Unterbringung von Menschen vorbereiten.