Gutes Wetter, viele Ankünfte!

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Das Wetter hat sich in den letzten Tagen wieder verbessert. Obwohl es deutlich kühler ist, gab es keinen Regen, die Sonne schien und das Meer war oftmals ruhig. Die Folge ist eine hohe Anzahl von Ankünften überall an der Nordküste der Insel. An den Stränden von Molyvos kommen hunderte Menschen an und werden von den mittlerweile in großer Anzahl arbeitenden Volunteers versorgt und auf den Parkplatz vor der Disko Oxi transportiert. Dort warten sie dann auf ihre Weiterreise nach Mytilini mit dem Bus. Wir können die teilweise große Begeisterung für diesen seit zwei Wochen existierenden Platz nur bedingt teilen. Zwar gibt es dort ein sehr großes und weitere kleine Zelte, in denen die Flüchtlinge sich aufhalten können, aber auch dort gibt es bisher nur zwei Toiletten und keine Duschen für hunderte wartende Menschen. Natürlich ist dieser Ort ein Fortschritt zu den Vorherigen aber für uns ist das kein Umgang, den wir für menschenwürdig halten und den wir als angebracht ansehen für Menschen die sich oft tagelang weder waschen noch ausruhen konnten.

Auch am Kap von Korakas kamen heute viele hundert Menschen an. Gerade am Nachmittag bietet sich uns ein auch uns bisher nicht gesehenes Bild. Zur gleichen Zeit kommen vermutlich bis zu 10 Boote an und als sich die ca. 300-400 Menschen nach kurzem Ausruhen auf den Weg nach Klio machen und wir mit dem Auto fahrend Wasser verteilen bildet sich ein über vier Kilometer hinziehender Treck aus Menschen. Mehrere Stunden fahren wir Alte, Frauen, Kinder, Babys und einen Querschnittsgelähmten samt Rollstuhl nach Klio. Viele Hundert müssen aber die sieben Kilometer ins Dorf selbst laufen. Auch unser Versuch Busse direkt nach Klio zu organisieren schlägt fehl und wir müssen den im Dorf angekommenen mitteilen, dass sie weitere fünf Kilometer bis nach Mantamados laufen müssen. Nach dem Essen machen sie sich auf den Weg und laufen auf der Straße Richtung Mantamados durch die Nacht. Viele haben mitterweile Taschenlampen dabei und können so die Autofahrer auf sich Aufmerksam machen. Als sie Mantamados erreichen fahren bereits keine Busse mehr und so verbringen hunderte Menschen die Nacht teilweise in Zelten, teilweise im Freien und warten auf die Busse am nächsten Morgen.