Molyvos schaltet auf Stur

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Nachdem die Hilfe in Sikaminias eingestellt wurde, ändert sich nun auch die Situation in Molyvos. Bisher konnten die Ankommenden der Strände von Eftalou bis Petra zumindest einen Sitz- und Schlafplatz auf dem staubigen Parkplatz finden. Zwar gibt es dort weder Toiletten noch Duschen aber zumindest haben die lokalen Freiwilligen bisher dort Essen verteilt und Bustransporte organisiert. Nun hat die Gemeinde von Molyvos beschlossen, dass der Parkplatz geschlossen wird. Jedoch ohne einen neuen Platz zu haben. Wir fragen uns wohin das führen soll und erwarten eher mehr Chaos, denn wo sollen die Menschen warten? Am morgen wurde ein Zaun errichtet, der den Zugang zum Parkplatz verschließt. Ob das legal ist, werden wir prüfen. Wenn nicht, muss die Gemeinde über Alternativen nachdenken. Denn wenn sie die Leute auf die Straße schicken, insbesondere jene, die nicht in der Lage sind zu laufen, weil sie Babys oder alte Menschen dabei haben, dann gefährden sie damit Leben. Und das werden wir nicht hinnehmen. Das wenige Bestehende ebenfalls noch abzuschaffen ist hinsichtlich der immer kritischeren Situation nicht akzeptabel. Stattdessen muss über funktionierende und nachhaltige Strukturen nachgedacht werden, statt auf Stur zu schalten und den Menschen die letzten Möglichkeiten zu nehmen. Wir hoffen, dass wir mit unserer Station bald zeigen können, dass eine menschenwürdige Versorgung möglich ist und dass davon alle profitieren – die Flüchtlinge und die lokale Bevölkerung. Und wir geben die Hoffnung nicht auf, dass dieses Beispiel andere Gemeinden überzeugt ebenfalls solche Stationen zu schaffen.