Moria

Die EU hat ihre Grenzen geschlossen. Moria ist zu einem Internierungslager geworden. Menschen auf der ganzen Welt haben protestiert. Am 24. März haben ca. 200 Demonstranten vor den Toren von Moria gegen das EU-Türkei Abkommen demonstriert, dass die Abschiebung aller auf der Insel ankommenden beabsichtigt. Nach Informationen von Ärzte ohne Grenzen sollen Flüchtlinge durch die Drohende Abschiebung dazu gezwungen werden in Griechenland Asyl zu beantragen und diejenigen denen es nicht zuerkannt wird sollen direkt von der Insel in Camps in der Türkei gebracht werden.

Offiziell werden nur Syrer und Iraker als Flüchtlinge eingestuft und wir erwarten daher dass Menschen aller anderer Nationalitäten nach kurzer Zeit abgeschoben werden.

Um individuelle Befragung hinsichtlich der Asylanträge gewährleisten zu können rechnet die EU wohl mit einem Betrag von 20 Million Euro pro Tag. Dieses Geld wird zur Beschäftigung von mehr Prüfern eingesetzt um den Prozess zu beschleunigen. Jedoch soll niemand vor dem 4. April abgeschoben werden und es kann durchaus sein, dass es weitere Wochen dauern wird um das System zum Laufen zu bekommen.

Von Lesvos wurden bisher nur Fähren mit Flüchtlingen gefüllt, die in Richtung Festland ablegten, wo die Flüchtlinge in Camps gebracht werden, deren Zustände wegen Überfüllung und schlechter Versorgung unwürdig sind und in denen die Geflüchteten keine Ahnung über ihre Zukunft haben.

Wir selbst sind in dieser Situation dazu angehalten den Menschen die ankommen nicht direkt Informationen über die Situation zu geben, da Ärzte ohne Grenzen, die die Ankommenden aus der Käserei abholen, es berechtigter Weise vorziehen, die Menschen in ihrer Landessprache mit Übersetzern und Kulturellen Mediatoren über die Situation zu informieren.

Abgesehen davon haben Ärzte ohne Grenzen ihren Transport in Richtung Moria Camp eingestellt, da sie die Menschen nicht in ein Internierungslager transportieren.Daher wird der Transport ab nun wieder von der Küstenwache durchgeführt.

Zur Zeit fällt es uns schwer uns in dieser Situation zu positionieren. Wir sind nicht einverstanden damit dass Moria in ein Internierungslager umgewandelt wurde, dass die Menschen einsperrt und dazu dient Menschen, die aus Kriegsgebieten und Armut fliehen zu deportieren, die das Recht haben sollten ein Leben in einem sicheren Land zu führen.

Wir führen unsere Arbeit weiter um das sichere Ankommen der Flüchtenden zu garantieren und sie bestmöglich auf ihre ungewisse Zukunft vorzubereiten und auszustatten. Dabei hat die Polizei bisher noch nicht in unsere Arbeit eingegriffen und wir können uns durch unsere Zusammenarbeit mit Ärzte ohne Grenzen zumindest sicher sein, dass die Menschen die Inormationen bekommen, die ihnen Zustehen. Denn das ist das wichtigste und wenigstens können wir eine Erstversorgung stellen und sicher sein, dass die Ankommenden informiert sind.