Notfall im Dorf

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Der Morgen beginnt für Karen und Julian dramatisch. Als sie gerade Brot bei Paraskevas abholen wollen, kommt Yorgos angerannt und berichtet von einem Unfall bei Bauarbeiten an einem Haus. Panaiotis ist aus mehreren Metern Höhe mitsamt dem Gerüst zu Boden gestürzt und hat sich ernsthaft verletzt. Die erste Diagnose lässt schlimmes befürchten. Schnell ist ein Krankenwagen gerufen aber es dauert bis er, nachdem er über die halbe Insel fahren musste, ankommt. Wieder einmal wird uns bewusst, wie limitiert die ärztliche Versorgung auf der Insel ist und wir sind umso froher, dass wir mit Tobias einen Paramedic in unserem Team wissen, der sowohl Flüchtlinge als auch die Dorfbewohner versorgen kann.

Nachdem Panaiotis mit dem Krankenwagen unterwegs ist, machen sich Karen und Julian auf den Weg, um auf der Strecke zwischen Mantamados und Thermi, einem besonders trockenen Wegstück der Strecke nach Mytilini, diejenigen mit Wasser und Koulouri zu versorgen, die aufgrund der mangelnden Busverbindungen laufen müssen. Dabei erkunden sie auch die auf der Strecke liegenden Brunnen, um den Reisenden genauere Informationen über vorhandenes Wasser geben zu können. Glücklicherweise sind weniger Menschen unterwegs als zunächst erwartet. Trotzdem beschließt das Team voraus zu planen und montiert mit Hilfe von Dimitrakis, der uns einen großen Wassercontainer zur Verfügung stellt, diesen im Sprinter, um für den Fall, dass die Busse wieder unzureichend verkehren, bereit zu sein viele Menschen unterwegs versorgen zu können. Denn durch die fehlenden Verbindungen sammeln sich mittlerweile immer mehr Menschen an den Ankunftsorten. Es ist nur eine Frage der Zeit, dass sich die Straßen wieder füllen, sollten nicht bald mehr Busse eingesetzt werden.