PROTI-STASSI_LRA

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„Proti Stassi“ – Anlaufstelle für Flüchtlinge auf der Insel Lesbos

Seit Anfang des Jahres ist „Proti Stassi“ die Erstanlaufstelle für ankommende Flüchtlinge an den Stränden zwischen den Stränden von Korakas und Lagada im Nordosten der Insel Lesvos. Von diesen Stränden aus organisieren wir in Zusammenarbeit mit anderen Volunteergruppen Transport für die Ankommenden zu unserer Station, die wir in einer ehemaligen Käserei eingerichtet haben. Dort können sie sich ausruhen, aufwärmen, bekommen Tee und kleine Snacks, Klamotten, erhalten medizinische Versorgung, können sanitäre Einrichtungen nutzen, haben Internetzugang um in Kontakt mit ihren Familien zu kommen und bekommen von Proti Stassi aus Bustransport ins nahe gelegene Transitcamp von Ärzte ohne Grenzen. Wir möchten den Menschen nach der Erstversorgung eine möglichst schnelle Weiterreise ermöglichen aber falls es erforderlich sein sollte werden wir in Zukunft auch in der Lage sein Übernachtungsmöglichkeiten für eine gewisse Anzahl von Menschen anbieten zu können falls Gründe dafür bestehen. Proti Stassi hat sich von Anfang an auf eine enge Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung konzentriert. Wir möchten die lokale Bevölkerung aus verschiedenen Gründen eng in unser Projekt einbeziehen. Erstens um ein gesellschaftliches Verständnis über Begegnungen und Interaktion mit den Flüchtlingen zu fördern. Zweitens ist es unser Ziel durch Proti Stassi nicht nur die Flüchtlinge zu versorgen sondern auch die lokale Bevölkerung zu unterstützen, indem wir Leute anstellen und unsere Einkäufe im Ort tätigen. Dadurch wollen wir einen kleinen Beitrag leisten Griechenland in Zeiten der Krise bei der Bewältigung der Flüchtlingsproblematik zu unterstützen. Durch das Verankern dieser Strukturen wollen wir insbesondere auch eine nachhaltige Struktur aufbauen, die möglicherweise längere Zeit aufrecht zu erhalten ist und den Griechen hier vor Ort eine Möglichkeit gibt mit finanzieller Unterstützung längerfristig selbst mit dem Problem umzugehen und eine aktive Rolle im Umgang mit den Flüchtlingen darzustellen. Dafür werden wir in kürze den Vereinsableger „borderline-lesvos“ gründen. In enger Zusammenarbeit mit anderen NGO’s auf See und and Land sind wir ein fester Bestandteil einer mittlerweile gut funktionierenden Struktur. Wir sind mit SeaWatch und Cadus vernetzt, die ihre Seenotrettungsmisson in diese Region verlegt haben. An Land arbeiten wir eng mit Ärzte ohne Grenzen in Mantamados und der Freiwilligengruppe „CK Team“ zusammen. Diese Zusammenarbeit schafft die Grundlage dafür die Ankommenden gut versorgen zu können. Wir sind Froh und Stolz teil dieser Erstaufname zu sein und sehen durch unsere tägliche Arbeit wie wichtig nach wie vor unsere Präsenz hier auf der Insel ist.