Wir müssen gehen

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Bis gestern Abend hatten wir noch Hoffnung. Bei der Versammlung in der Dorfschule von Kapi wollten wir noch einmal Alles versuchen, Bedenken zu zerstreuen und Missverständnisse aus zu räumen. Aber es ist uns nicht gelungen. Aufgehetzt von nationalistischen, rassistischen und anti-deutschen Parolen war die Mehrheit der Dorfbevölkerung nicht mehr interessiert, unser Projekt in der ehemaligen Molkerei zu einem Erfolg zu machen. Uns wurde deutlich gemacht, dass die Besetzer der Baustelle keine Weiterarbeit erlauben würden. Auch der unterbrochene Wasseranschluß werde unter keinen Umständen wieder hergestellt.

So hatten wir keine andere Wahl, als unseren Abzug zum Monatsende zu beschliessen.  Es hat nun keinen Sinn, Schuldige zu suchen oder sich in Rechtfertigungen zu ergehen. Als Gäste haben wir zu akzeptieren, dass die lokale Bevölkerung nicht hinter dem Projekt steht und selbst darüber entscheiden möchte, wie sie mit den ankommenden Flüchtlingen umgehen wird.

Wir konnten in rund zweieinhalbmonatiger Arbeit tausenden Menschen unsere Unterstützung geben. Aber das große Ziel, ein Winterquartier für Flüchtlinge auf der Insel Lesbos zu bauen, werden wir nun nicht erreichen.