Trauer und Wut

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Als wir am Morgen die Hubschrauber über der Bucht von Thermi kreisen sehen, ahnen wir nichts Gutes. Gegen Mittag ist es dann Gewissheit: wieder sind mindestens 13 Menschen im Meer vor Lesbos ertrunken, darunter ein 5jähriges Kind. Fischer berichten uns, wie sie die Schreie der Schiffbrüchigen am Ufer gehört haben.
Wir sind traurig – aber auch wütend! Denn niemand müsste mehr ertrinken, wenn die EU Flüchtlingen erlauben würde, auf legalen Wegen zu uns zu kommen. Es sind nicht die bösen Schlepper, die Menschen auf die wackligen Boote zwingen. Es ist eine heuchlerische Politik, die Schutz und Hilfe verspricht – aber den Schutzsuchenden verbietet, die Fähre zu nehmen, die mehrmals täglich zwischen der türkischen Küste und der Insel Lesbos hin- und her fährt.